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Community Based Rehabilitation (CBR)

CBR ist ein weltweit erprobtes Programm zur gesellschaftlichen Einbindung, Ausbildung, Förderung und juristischen Repräsentation von Menschen mit Behinderungen.
Ein Schwerpunkt von SEED liegt in der Veränderung der Lebensverhältnisse von Flüchtlingsfamilien, ihrer Vernetzung- und der Entwicklung eigenständiger Communities.
Unter den Binnenflüchtlingen, den Internally Displaced Persons (IDP´s), zählen die Menschen mit Behinderungen zu den besonders marginalisierten und gefährdeten Personen. Deshalb hat SEED besondere Angebote für diese Gruppe entwickelt.

Empowerment Campus

Der Grundstein für das heutige Community Based Rehabilitation Program (CBR) von SEED wurde durch die Eröffnung des Empowerment Campus im Jahre 2000 gelegt. An dieser Schule werden mittlerweile 80 Schüler/innen mit Lernschwierigkeiten (Learning Difficulties, LD) oder Hör- und Sprachbehinderungen (Hearing and Speech Impairment, HSI) unterrichtet.
Die Schule gliedert sich in die Bereiche der schulischen- und beruflichen Ausbildung.
Besonderer Wert wird auf die Erziehung zur Selbständigkeit der Schüler/innen und auf eine intensive Elternarbeit gelegt. Dazu gehört die tägliche Zubereitung einer gesunden Mahlzeit durch Eltern in der schuleigenen Küche.
Auf dem Campusgelände sind 34 Mitarbeiter/innen beschäftigt. Die Arbeit ist auf verschiedene Teams aufgeteilt. So gibt es das Ressourcenteam, welches für Monitoring, Evaluation und Weiterbildung der Lehrer/innen verantwortlich ist. Individuelle Lehrpläne und Examen werden vom didaktischen Team vorbereitet. Zudem gibt es ein Team für Regeln und emotionale Lerninhalte. Dieses entwickelt Ansätze zur positiven Verhaltensänderung im Lernprozess.

Mit Unterstützung der Eltern werden notwendige medizinische Untersuchungen (Medical check-ups) im Hospital Vavuniya oder in Colombo durchgeführt und begleitet.
Derzeitig unterrichten am Campus 18 Lehrer/innen, die alle am National Institut in Colombo ein Diplom in Special Education erworben haben.
Außerdem sind alle Mitarbeiter/innen in der Gebärdensprache geschult.
Der Campus ist mit anderen Organisationen und Behörden vernetzt.
Dazu gehören:

Diese Zusammenarbeit hat zur Anerkennung von Abschlüssen und gemeinsamen Veranstaltungen, wie dem Sportfest mit ORHAN oder dem Sunshine Game, einer überregionalen Sportveranstaltung, in Colombo geführt.

Um einen regelmäßigen Schulbesuch zu gewährleisten, werden die Schüler mit zwei Bussen aus 18 Bereichen im District Vavuniya abgeholt.
Besonderheiten der Schule:

  • Täglicher, auf die jeweiligen Bedürfnisse der Kinder angepasster Unterricht
  • Sprach- und physiotherapeutische Angebote
  • Kostenfreies gesundes Mittagessen sowie Bereitstellung von Milch und Tee
  • Regelmäßige Überprüfung des Body- Mass-Index (BMI)
  • Kostenfreie Materialbereitstellung für an besondere Bedürfnisse angepasste Schuluniformen
  • Schülerforum als Interessenvertretung
  • Wahl eines Vertrauensschülers
  • Regel- und Belohnungssystem für das Verhalten in der Schule
  • Elternarbeit und Informationshefte für die Eltern
  • Regelmäßige monatliche Elterntreffen und Elternbesuche
  • Gesundheitserziehung, Tanz- und Bewegungskurse
  • Montessori Klassen als Lernorte zur Verhaltens- und Alltagsschulung
  • Die Freiwilligenarbeit wird durch das Fachpersonal begleitet

Vocational Training

Die Berufsausbildung erfolgt in folgenden Bereichen:

  • Kunst- und Handarbeit
  • Näharbeit
  • Holzschnitzerei und Tischlerei
  • Einführung in Word und Exel
  • Gärtnerei und ökologischer Landbau

Das Trainingsprogramm wird anhand des National Vocational Qualifikationssystems und dessen Lehrplänen durchgeführt um eine Zertifizierung und Anerkennung der Abschlüsse für die Lehrlinge zu erreichen. Eine Auswahl an Exponaten in Kunst-und Handwerk ist in der Photogalerie ausgestellt.

Ausblick

Der Campus soll sich in den nächsten Jahren zu einem Ressourcenzentrum entwickeln. Gemeinsam mit Mitarbeiter/innen von ORHAN sollen therapeutische Weiterbildungen organisiert werden. Ein weiterer Fokus liegt auf der Sensibilisierung des gesellschaftlichen Umfeldes für die Bedürfnisse und Ressourcen von Menschen mit Behinderungen, ihrer rechtlichen Vertretung und der Netzwerkarbeit.

Spezialisierte Lernhilfeabteilung - Special Education Unit

An den Regelschulen ist die staatliche Unterstützung für Schüler/innen mit Behinderungen begrenzt. Es fehlt an ausgebildeten Lehrkräften sowie an speziellen Einrichtungsgegenständen oder Lehrmaterialien. Daher unterstützt SEED seit 2007 die Bildung und Integration von behinderten Kindern in den Regelschulen.
SEED steht für gemeinsames Lernen. Der Arbeitsbereich umfasst die folgenden Aktivitäten:

  • Angebot von Foren und Workshops für das Lehrpersonal und Freiwillige
  • Workshops zum Erlernen der Gebärdensprache, die die Integration von sprach-und   hörbehinderten Schülern unterstützt
  • Enge Zusammenarbeit mit Eltern und Schüler/innen
  • Durchführung von Hausbesuchen, um das Umfeld zu analysieren und die Bedürfnisse der Schüler/innen kennen zu lernen
  • Schaffung eines behindertenfreundlichen Klimas an den Schulen durch:
    • Klassenraumgestaltung
    • Anschaffung von Materialien zur Beteiligung an sportlich- und kulturellen Aktivitäten
    • Angebot von Seminaren für Schüler/innen zur Unterstützung der Mitschüler mit erweitertem Förderbedarf
    • Veranlassung von medizinischen Untersuchungen und die Bereitstellung von therapeutischen Hilfsmitteln
  • Zusammenarbeit mit Behörden, Organisationen und Bürgervereinen, wie dem Community Rehabilitation Committee, zur Schaffung einer behindertenfreundlichen Umgebung

Improving Mental Health of Children

Das Projekt wurde für Schüler/innen im Alter von 6-18 Jahren entwickelt, die aufgrund ihrer Lebenssituation und Erfahrungen psychotherapeutischer Unterstützung bedürfen. Es handelt sich um Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien, die vom internen Konflikt oder dem Tsunami betroffen waren und deren Eltern nicht über ausreichend Mittel verfügen, um ihnen Bildungs- und Freizeitangebote zu ermöglichen.       
Im Rahmen des Projektes werden in temporären Einrichtungen psycMenthal_health_workshop_CBRhologische Beratungen durchgeführt, um für diese Kinder- und Jugendlichen eine Basisversorgung zu gewährleisten.  
Diese Maßnahme wird durch Psychologen/innen Schuldirektor/innen, Lehrer/innen und Freiwillige unterstützt.

Derzeit nehmen 18 Gruppen mit insgesamt 3200 Schüler/innen teil.
Das Projekt beinhaltet folgende Komponenten:

  • Gewährleistung von gesundheitlichen Untersuchungen (Medical check-ups) und Begleitung der Betroffenen in Zusammenarbeit mit einem Team von Psychologen/innen aus dem Krankenhaus in Vavuniya
  • Nahrungsmittelversorgung mit Hilfe der Lehrer/innen und Freiwilligen an den Schulen
  • Anleitung von freiwilligen Schüler/innen zur Unterstützung des Projekts
  • Versorgung der Schüler/innen mit notwendigen Schulmaterialien, wie Bücher, Uniformen und Rucksäcken
  • Bereitstellung von Spiel- und Freizeitmaterialien zum gemeinsamen Spiel in Peer- groups und zur Entdeckung und Erweiterung von Interessen und Fähigkeiten
  • Beteiligung und Mitwirkung an kulturellen Programmen und Workshops
  • Durchführung von Freizeitveranstaltungen, wie zum Beispiel dem Annual Fun Trip, zur Festigung der Peer- group und zur Erweiterung des in der Schule erworbenen Wissens.
  • Verbesserung des Literaturangebots (Village Libaries) in der Nähe der Peer- groups.
  • Netzwerkarbeit zur Weiterentwicklung von Unterstützungsangeboten.

Special Need Village Rehabilitation Team

Im Rahmen dieses Projektes wird für Familien mit schwerst- oder mehrfachbehinderten Angehörigen eine intensive Betreuung durch Hausbesuche angeboten.
Außerdem richtet sich das Projekt an junge Erwachsene mit Behinderungen, die nicht mehr zur Schule gehen und keine Berufsausbildung (Vocational training) in einer Einrichtung erhalten.
Zuerst wird eine medizinische Untersuchung veranlasst, um Fördermöglichkeiten bestimmen zu können. Die Bereitstellung von therapeutischen Hilfsmitteln ist oft ein langwieriger und kostenintensiver Prozess, der durch Mitarbeiter/innen von SEED begleitet und unterstützt wird.
Nach der Diagnostik wird gemeinsam mit der/dem Klient/in und den Angehörigen ein Wochenplan erstellt. Dieser Plan regelt die täglichen Aufgaben und bestimmt die notwendigen therapeutischen Maßnahmen. Der Plan wird im weiteren Verlauf regelmäßig überarbeitet und an die Erfordernisse angepasst.
Einige Betroffene erhalten eine Anleitung für Heimarbeiten oder die Familie wird mit einem Mikrokredit zum Aufbau eines eigenen Gewerbes unterstützt.  
Das Village Team arbeitet aktuell in 7 GN Division/ Gebieten in Vavuniya und Vavuniya North. Die Mitarbeiter/innen sind auf den Fachgebieten Physiotherapie, Orthopädie, Sprachtherapie und Community Based Rehabilitation geschult. 
In diesen Gebieten entstanden unter Anleitung von SEED Community Rehabilitation Committes (CRC), deren Mitglieder in folgenden Bereichen Fortbildungen erhalten:

  • Ausbildung in sozialer Aktivierung
  • Maßnahmen in sozialer und medizinischer Rehabilitation  
  • Aktivitäten zur Einkommenssicherung

Langfristig ist das Projektziel, die CRC darin zu befähigen, die sozialen und therapeutischen Hilfen für die Familien mit behinderten Angehörigen in Eigenregie weiterzuführen und sich vor Ort für die Bedürfnisse und Interessen von Menschen mit erweitertem Förderbedarf stark zu machen.   

SEED führt regelmäßige Treffen und Weiterbildungen mit den Mitgliedern der CRC und den Angehörigen der Betroffenen durch.

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